Pfarrkirche St. Anna, Furschweiler
Die Pfarrkirche St. Anna ist im klassizistischen Baustil durch den Architekten Streib zu Coburg im Jahre 1821 geplant worden. Architekt Streib war ein Zeitgenosse der Herzogin Luise von Sachsen-Coburg-Saalfeld, die von 1824 bis 1831 in St. Wendel lebte. Ihr Ehemann, Ernst I. von Sachsen-Coburg-Saalfeld, war der Regent des Fürstentums Lichtenberg, das auf dem Wiener Kongress 1814 dem Fürstentum Coburg zuerkannt wurde. St. Wendel war Mittelpunkt dieses Fürstentums. Der Herzog genehmigte den Bau der Kirche, und die Arbeiten konnten am 19.08.1825 unter Pastor Josef Gerhard, der am 20.02.1822 als Pfarrer in Furschweiler eingeführt wurde, öffentlich vergeben werden.
Das Anfahren der Baumaterialien wurde im Frondienst geleistet. Die Steine wurden vermutlich am Klingelberg gebrochen, und das größtenteils gestiftete Holz wurde in der sehr waldreichen Umgebung von Furschweiler geschlagen. Die Bauarbeiten gingen für damalige Verhältnisse zügig voran, sodass bereits 1827, vermutlich vor Anbruch des Winters, die Außenmauern der Kirche fertiggestellt waren. Zwischen dem ersten und dem zweiten Fensterbogen zur Straßenseite hin befindet sich eine Sonnenuhr mit der Jahreszahl 1827. Die Einweihung erfolgte am 27.07.1828. Fensterinstallationen und Innenausbau folgten in den nächsten Jahren.
Unter Pfarrer Nikolaus Theis (1845–1848) wurde der Außenputz angebracht, und Pastor Nikolaus Wagner (1849–1865) ließ einen Hochaltar aufstellen. Weitere Investitionen erfolgten unter Pastor Wilhelm Hinkel (1865–1872): Kreuzweg, zwei Seitenaltäre und ein Glockengeläute aus zwei Glocken.
Zur Erinnerung an die erste Volksmission 1863 ließ Pastor Hinkel rechts neben dem Turm ein großes Kreuz anbringen, das 1957 unter Pastor Simon Waller durch ein neues Holzkreuz ersetzt wurde. Unter Pastor Johann Baptist Roller (1889–1897) erfolgte die Ausmalung der Kirche, Erneuerung der Fenster und Anbau einer neuen Sakristei, während die ursprüngliche Sakristei im Chorraumerhalt blieb.
Pfarrer Jakob Sauer (1912–1915) ließ eine Orgel der Firma Klais in Bonn einbauen (2 Manuale, Pedal, Schweller, 27 klingende Register), die am Kirchweihfest 1913 feierlich eingeweiht wurde. Im Kriegsjahr 1917 wurden die 1866 angeschafften Glocken konfisziert, 1923 aber durch drei neue Glocken der Firma Mabilon in Saarburg ersetzt.
Pastor Johann Jacobi (1915–1935) berichtete von zwei Einbrüchen in die Kirche (1919, 1922). 1922/23 wurde die Kirche renoviert, neue Bänke von der Kunstschreinerei Johann Mettler in Morbach aufgestellt, die noch heute vorhanden sind. Der Einbau einer Warmluftheizung erfolgte 1935–1942 durch die Firma Esch aus Mannheim und wurde 1962 auf Öl umgestellt.
1941 wurden neue Türen aus Eichenholz am Haupt- und Seiteneingang angebracht, wobei die Haupttür 1975 ersetzt wurde. Zwischen 1947 und 1950 führte Pastor Klinkner Renovierungsarbeiten durch: neue Kommunionbank, Kanzel, Seitenaltar, Hochaltar, Erneuerung des Chorraum-Bodens und Entfernung der Wandvertäfelung.
1951 wurden im Chorraum drei neue Bleiverglasungsfenster durch die Firma Binsfeld-Dornoff, Trier, eingebaut. 1952–1953 wurden an der Wetterseite Natur-Schieferplatten entfernt, das Mauerwerk verputzt und drei neue Glocken der Firma Mabilon gegossen.
Die Glocken tragen die Namen:
- Christus König (Christus vincit)
- St. Anna (Sancta Anna, patrona nostra, ora pro nobis)
- Maria (regina pacis)
Die Glocken wiegen 24, 14 und 10 Zentner und sind auf das Te Deum (e, g, a) gestimmt.
Ende 1954 wurde eine Turmuhr (Firma Korfhage, Buer) und eine elektrische Läuteanlage installiert. 1955 stürzte ein Sandsteingesims ab; Instandsetzungen erfolgten durch die Firma Fuchs, St. Wendel. 1958 erhielt die Kirche einen neuen Kreuzweg, 1964 neue Fenster, 1968 neue Dacheindeckung des Turmhelms, Renovierung des Turmkreuzes und Neubau des Pfarrhauses.
1968–1973 wurden Renovierungsarbeiten am Kirchendach und Innenraum durchgeführt. 1975 erfolgte eine große Sanierung von Mauerwerk, Fußboden, Elektroinstallation, Dach und Einbau einer Zwischentür. Kurz darauf stürzte 1975 ein Teil der Orgelempore ein; eine neue Orgel (Firma Mayer, Heusweiler) wurde 1977 eingeweiht. Mit ihr wurde auch die Empore neu gestaltet.
1986–1988 wurden Dachgebälk und Kirchendecke erneuert, Innenanstrich und Chorraumgestaltung durchgeführt. Altar, Stele, Ambo und Sedilien wurden von Bildhauer Oliberius, Saal, angefertigt, sowie eine neue Lautsprecheranlage und barrierefreier Seiteneingang installiert. Gesamtkosten: 450.000 DM. Finanzierung erfolgte durch Haussammlungen und den Handarbeitskreis.
1991/1992 wurden die Außenarbeiten abgeschlossen, 2007 der Glockenturm instandgesetzt, 2010 das Kirchenumfeld umgestaltet.
Kreuzigungsgruppe und Statuen
Dazu gehören unter anderem die Gottesmutter, der Heilige Wendelin, Menschen unserer Region und Handwerker.
- St.-Barbara-Statue (gestiftet 1901 von der St.-Barbara-Bruderschaft)
- Hl. Josef
- Mutter Gottes mit Jesuskind
- 4 Evangelisten: Matthäus, Markus, Lukas, Johannes
- Anna-Selbdritt
*Quelle: Heimatbuch Furschweiler 1971, Heimatbuch Furschweiler mit Bornerhof 2001


