Pfarrgemeinde St. Willibrord, Baltersweiler
Die Pfarrgemeinde St. Willibrord hat eine recht junge Geschichte und umfasst die Ortsteile Baltersweiler und Hofeld-Mauschbach. Im Ortsteil Mauschbach befindet sich die Filialkirche St. Bonifatius.
Da Baltersweiler durch die Nähe zur Stadt St. Wendel seit jeher zur Großpfarrei St. Wendelin gehörte, musste der vier- bis fünf Kilometer lange Kirchweg bei Wind und Wetter zu Fuß zurückgelegt werden. So wurde der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus schon lange gehegt (1907 Gründung eines ersten Kapellenvereins). 1931 wurde Baltersweiler mit Mauschbach nach St. Anna/Alsfassen umgepfarrt, was in der Bevölkerung nur sehr langsam akzeptiert wurde.
Trotz Krieg und vieler Hindernisse wurde schließlich im März 1943 die Genehmigung zur Errichtung einer Notkirche erteilt, und nach Kriegsende 1946 schließlich zur Kirchengemeinde erhoben. Der Wunsch nach einer eigenen Pfarrkirche konnte nun endlich verwirklicht werden. In der Karwoche 1947 begannen unter Pastor Johannes Mertes die Vorarbeiten zum Kirchbau nach Plänen des Architekten J.W. Stockhausen.
Unter großen Opfern in Form von Geldspenden und Eigenleistungen wurde der Kirchbau in Angriff genommen. Die Arbeit der Dorfbewohner ist besonders hoch zu bewerten, da sie in diesem heißen, trockenen und unfruchtbaren Jahr oft nur geringe Lebensmittelzuteilungen erhielten und darüber hinaus noch Fremdarbeiter beherbergten und verköstigten. Auch der Wertverlust infolge der Währungsumstellung von Saarmark auf französische Franken hielt Pastor Mertes und die Dorfbevölkerung nicht von ihrem Plan ab.
Am 7. Mai 1950 wurde die Pfarrkirche eingesegnet und im Rohbau bezogen. Der Sonntag nach dem 1. Mai ist seitdem der Gedenktag der Kirchweihe in Baltersweiler. Die Pfarrkirche ist dem Hl. Willibrord geweiht. Am 1. Januar 1954 wurde die Kirchengemeinde von Bischof Matthias Wehr zur Pfarrei erhoben.
1984 unter Pfarrer Franz Schlemmer wurde die Pfarrei St. Willibrord der Pfarrei Mariä Himmelfahrt/Namborn angegliedert und damit nur 30 Jahre von einem eigenen Pfarrer geleitet. Im September 2000 wurde die Pfarreiengemeinschaft um die Pfarrei St. Anna/Furschweiler erweitert und ab September 2011 ist sie Teil des neuen großen Pastoralen Raumes Oberthal-Namborn.
Das Kirchenfenster
Das elf Meter hohe Kirchenfenster bildet den zentralen Mittelpunkt der Pfarrkirche St. Willibrord. Es wurde von dem aus Ungarn geflüchteten Kirchenarchitekten Gyorgy Lehoczky entworfen. Die einzelnen Teile des Fensterbildes sind in Blei gefasst und zu einer großen Farbensymphonie zusammengestellt. Hauptthema ist das Messgeschehen:
Eingesetzt im Abendmahlssaal, blutig gefeiert am Karfreitag, gegenwärtig in Christus, dem Verklärten. Das Pfingstbild stellt die Epiklese, die Herabrufung des Heiligen Geistes, dar. Der Geist des Bildes ist in die Worte „ECCE Agnus Dei“ zusammengefasst.
Überragt wird das Ganze vom Lamm Gottes, geschlachtet auf dem Thron, umgeben von den vier lebenden Wesen und den 24 Ältesten (12 Apostel und 12 Patriarchen). Mit Harfen und Schalen sind sie dargestellt, die Gebete der Heiligen in Händen. Der untere Teil des Bildes zeigt die Ereignisse des Neuen Testamentes: das Kreuz mit dem sterbenden Heiland, Maria und Johannes unter dem Kreuz, die Anbetung der Weisen, die Auferstehung Christi, das Abendmahl und das Herabkommen des Heiligen Geistes.
Die Mittelpartie umfasst die Heiligen der Heimat: St. Anna, Vertreterin der Frauen und der Mutterpfarreien Alsfassen und Furschweiler, St. Wendelin mit dem Lamm, St. Matthias, St. Willibrord, Schutzpatron der Pfarrei, und die Jugendheilige Maria Goretti. Über ihnen ragt die Heilige Mutter Kirche als Mittlerin zwischen dem Lamm und den Gläubigen. Das Buch mit den sieben Siegeln erinnert an die geheime Offenbarung des Johannes; die 24 Ältesten führen zum Alten Testament. Die vier Evangelisten schließen das Bild rechts und links des Lammes ab.
(Quelle: Festschrift 50 Jahre Pfarrgemeinde St. Willibrord Baltersweiler)


